Der Spiegel eReader im App Store erhältlich – mit unverständlicher Preispolitik

Der seit langem angekündigte eReader des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” ist nun im App Store erhältlich. Die App an sich ist kostenlos und lässt sich mit einem Demo-Heft testen.

Mit dem eReader können iPhone und iPod touch Benutzer den Spiegel schon Samstags um 22 Uhr lesen, während die Printausgabe immer erst am Montag erscheint. Als Einführungspreis gibt es einzelne Hefte bis etwa Ende März für 2,99 Euro pro Ausgabe, danach soll der Preis auf 3,99 Euro ansteigen. Ein Mini-Abo für vier Ausgaben kostet 9,60 Euro. Ein reguläres Abonnement wird wie bei der Printausgabe 3,65 Euro pro Heft kosten, teilte der Spiegel Verlag mit. Spiegel-Leser die schon ein E-Paper Abonnement haben, können sich die Ausgaben kostenlos auf ihr iPhone laden.

Die gesamte Preispolitik ist jedoch nicht wirklich nachvollziehbar. Eine reguläre Ausgabe des Spiegels kostet am Kiosk 3,80 Euro – wieso soll man also nach der Einführungsphase 20 Cent mehr für eine einzelne E-Paper Ausgabe bezahlen, die im Gegensatz zur Printausgabe deutlich weniger Komfort bietet? Besonders unverständlich wird dies, wenn man sich bewusst macht, dass ein Großteil der Einnahmen in den Druck fließen und der Gewinn zum größten Teil durch die Werbung erzielt wird.

Zudem unverständlich wieso ein E-Paper Abo das gleiche kostet wie das Abo der Printausgabe. Wenn man das Abo der Printausgabe über die Spiegel Homepage bestellt, bekommt man hier schon einen Rabatt von mindestens 30 Euro – beim E-Paper ist dies nicht der Fall, bei anderen Anbietern und bei besonderen Angeboten ist sogar noch sehr viel mehr Rabatt möglich, für Studenten sowieso. Diese erhalten auch gleich das E-Paper Abo kostenlos zum Print-Abo dazu.

Insgesamt sind die Preise also, sowohl für die Einzelausgaben, als auch für das Abo viel zu hoch. Wieso sollte ich dieses Angebot nutzen, wenn ich die Printausgabe bei besserem Komfort günstiger bekomme? Hier sollte der Spiegel dringend nachbessern. Denn auch die Personen die “mal eben” den Spiegel lesen wollen, weil sie z.B. gerade auf einen Flug oder Zug warten, werden wohl zum nächsten Kiosk gehen anstatt sich den Spiegel auf ihr iPhone zu laden und diesen dort auf einem kleinen Display zu lesen.

Die App an sich ist jedoch handwerklich gut gemacht. Eine Ausgabe ist etwa 5mb groß und speziell für das iPhone angepasst. So gibt es ein Inhaltsverzeichnis, in dem die Artikel nach Ressorts sortiert sind. Die einzelnen Artikel lesen sich wie ein eBook, es wird also geblättert und nicht gescrollt. Per Finger-Wisch an der Seite kann man zudem bequem von Artikel zu Artikel springen. Durch Schütteln springt man zu einem zufälligen Artikel. Am Anfang des Artikels befindet sich in der Regel ein Bild, dreht man das iPhone ins Querformat erscheint eine Bildergalerie mit allen Bildern. Dies lässt sich auch abstellen, um z.B. in Bett zu lesen, die Artikelausrichtung bleibt dabei jedoch immer im Hochformat. Die sonstigen Einstellungen sind eher spartanisch, so lässt sich nur die Schriftgröße einstellen, und ob Seitenzahlen beim Umblättern angezeigt werden sollen. Hier wären Einstellungen für Helligkeit und die Hintergrund- und Schriftfarbe wünschenswert.

Der Spiegel eReader ist kostenlos im App Store erhältlich.


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