Da möchte die ARD mal etwas sinnvolles mit den sinnlosen GEZ-Gebühren machen, da kommt ihr der Axel Springer Verlag dazwischen. – Aber beginnen wir ganz vorne!
Seit der Einführung von GEZ-Gebühren für internetfähige Endgeräte, kochen die Diskussionen immer weiter hoch, ob dies überhaupt rechtmäßig und angemessen ist.
Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten rudern natürlich dagegen und versuchen ihre Onlineangebote immer weiter auszubauen, um die Erhebung der Gebühren zu rechtfertigen. Das klappt mal mehr oder weniger gut.
Die ARD möchte nun ihre Nachrichtensendung “tagesschau” als kostenlose App auf das iPhone bringen. >>Mehrere Hunderttausend iPhone-Nutzer dürfen von uns erwarten, dass wir sie auch unterwegs mit seriösen Nachrichten versorgen<<, so der ARD aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke.
An und für sich eine gute Idee und, wie ich finde, ein sinnvoller Einsatz unserer Gebühren.
Einem bzw. einer Unternehmensgruppe schmeckt das so überhaupt nicht: der allseits bekannten Axel Springer AG. Jene, die vor kurzem angekündigt hat, iPhones nur noch mittels kostenpflichtiger App bzw. Abo auf die eigenen Seiten zu lassen.
Die Reaktion der Springer-Unternehmenssprecherin Edda Fels fällt kurz aber deutlich aus:
>>Wir haben die Ankündigung der ARD, ein kostenloses Applet der “Tagesschau” in Apples AppStore anzubieten, mit Befremden zur Kenntnis genommen. Wir gingen davon aus, dass die vorhandenen Gebühren schon nicht mehr zur Finanzierung des bestehenden Angebots ausreichen. [...] Es gehört ganz sicher nicht zum Grundversorgungsauftrag öffentlich-rechtlicher Fernsehanstalten, kostenlose Applets auf dem iPhone zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich hierbei um eine nicht tolerierbare Marktverzerrung. [...] Die Folge der öffentlich-rechtlichen Kostenlos-Offensive wird sein, dass private Angebote langfristig kaum noch konkurrieren können und so die Vielfalt reduziert wird.<<
Naja, verständlich ist es schon, dass da jemand Angst hat Einnahmequellen zu verlieren. Aber betrachten wir doch mal, was die Springer AG so anbietet! An allererster Stelle steht da doch wohl ganz klar die Bildzeitung! Ich wage zu bezweifeln, dass der Großteil ihrer Leser sich für die tagesschau auch nur im Geringsten interessieren. Weiterhin gehört ja eben der Onlinebereich der Bildzeitung zum zukünftigen Aboangebot des Verlags. Ergo: Die Axel Springer AG vertreibt sich ihre eigenen Leser auch ganz ohne die ARD-App.
Der Gebührenzahler hat das Recht, dass seine Gelder auch so eingesetzt werden, dass er unmittelbar davon profitiert. Was könnte da in der heutigen Zeit sinnvoller sein, als das Geld für eben solche Entwicklungen auszugeben? – Denn von neuen Dienstwagen oder einem neuen Nachrichtenstudio hat der Gebührenzahler überhaupt nichts.
Die App soll innerhalb des ersten Quartals 2010 erscheinen.


Die Aktion der ARD ist doch einleuchtend: Die Applikation wird im Apple-Store erworben. Die GEZ kauft vom Store die Daten der Erwerber und fordert sie dann auf, für ihr “neuartiges Rundfunkgerät” Gebühren zu entrichten.
Naja den Verkauf von Daten kann und wird sich Apple wohl nicht erlauben… Zu groß wäre der Imageschaden für den AppStore.