
Intel: Muss 1.06 Milliarden Euro Strafe an die EU zahlen ©Intel Corp.
Die Gerüchteküche brodelte ja schon seit einiger Zeit um die Geschäftspraktiken des weltgrößten Chipherstellers Intel: Rabatte für die Media Saturn Holding (Media Markt und Saturn) unter der Bedingung, dass Computer mit Intel Chips bevorzugt angeboten und beworben werden. – Rabatte für diverse PC-Hersteller, wenn diese ihre Rechner fast ausschließlich mit Intel Chips bestücken. – Und so weiter und so fort…
Heute hat eine EU-Kommission dem Unternehmen die Rekordstrafe von 1.06 Milliarden Euro aufgebrummt. Diese Summe toppt sogar noch die Strafe für Microsoft aus dem letzten Jahr in Höhe von 899 Millionen Euro.
Die EU spricht von einem “schweren und anhaltenden Verstoß gegen das EU-Kartellrecht” und Experten beschreiben die Höhe der Strafe noch als relativ harmlos, wo Intel doch über einen Zeitraum von etwa 7 Jahren (seit Ende 2002) seine Marktposition dermaßen ausgenutzt hat.
Zugegeben: Wirklich kratzen dürfte diese Summe bei einem Gewinnüberschuss von circa 10 Milliarden US-Dollar nicht, aber die Strafe hätte auch deutlich höher ausfallen können: bis zu 10% des Jahresumsatzes kann die EU verlangen, was bei knappen 38 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2008 schon schmerzhafter hätte sein können.
Innerhalb der nächsten zwei Monate darf Intel gegen das Urteil in Brüssel klagen, was auch bereits in einer heutigen Presseerklärung angekündigt wurde.
Laut dem Unternehmen ist es bei zwei Anbietern in einem Segment normal, wenn einer der beiden einen Auftrag gewinnt und das andere Unternehmen (AMD) verliert. Das seien die ganz normalen Marktbedingungen.
Vielmehr investiere Intel in neue Technologien und Innovationen.
Wirkliche Chancen auf einen positiven Prozessausgang für Intel gibt es aber wohl nicht. Auch in anderen Ländern, wie den USA laufen Kartellverfahren.
