
1+1=@ - Wenn es nur so einfach wäre, alle Deutschen mit einem Breitbandanschluss zu versorgen - Bild: geralt/pixelio.de
Wenn es nach unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel ginge, dann hätte jeder deutsche Haushalt inzwischen einen Highspeed-Zugang zum World Wide Web.
Doch die Mühlen von Industrie und Politik, vorallem der der EU, mahlen sehr langsam.
Frau Merkels derzeitiges Ziel: Breitbandzugang für jeden Haushalt mit mindestens 1 Megabit Übertragungsleistung bis zum Jahre 2010. Darüber hinaus soll bis zum Jahre 2014 eine 75%-ige Abdeckung mit Highspeed-Zugängen mit einer Übertragungsleistung von mindestens 50 Megabit.
Ein ehrgeziges Ziel – ist das überhaupt realisierbar?
Wohl kaum! – Zumindest nich innerhalb des gesteckten Zeitraums. Denn der deutsche Staat ist seit dem Jahre 1995 nicht im Besitz der Deutschen Telekom (damals: Deutsche Bundespost) und hat somit eigentlich kaum noch Einfluss auf den Ausbau der Infrastruktur. Und von Diskussionen im Bundestag wirds auch nicht besser…
Frau Merkels Lösung: Die Märkte so regulieren, dass Anreize für Investitionen getätigt werden. Die Deutsche Telekom freut’s – Mitbewerber und EU prophezeien das Ende der Telekomunikationsbranche.
Warum? – Na, ganz klar: Die Telekom wäre ja ziemlich blöd, Milliarden in den Ausbau der Leitungen zu stecken, laut Telekom-Chef René Obermann übrigens 40-50 Milliarden Euro, und dann die Kunden an die Konkurrenz wandern zu lassen. Ergo: Der Verbraucher muss Telekom-Kunde werden, um vom schnellen WWW profitieren zu können.
Für viele keine besonders schöne Aussicht, wo sie sich doch eigentlich längst vom magentafarbenen Riesen abgewand haben…
“730.000 Haushalte sind noch ohne Breitbandverbindung”
Laut Frau Merkel sind derzeit auch noch ca. 730.000 deutsche Haushalte ohne Breitbandanbindung und kriechen mit Modem- oder wenigstens ISDN-Geschwindigkeit durch die Flash- und Javascriptbomben des Internets (umgangssprachlich: “Webseiten”
). – Für diese Spezies hat sich unser Angie was ganz feines ausdenken lassen: die “digitale Dividende“. Soll heißen: freie Fernsehfrequenzen für die Internetübertragung nutzen.
Die TV-Bosse freuts gar nicht – wen wunderts. Denn dort könnte man ja so herrliche Sender wie “GIGA” oder noch 20 weitere unnütze Regionalangebote der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten unterbringen. Ein weiterer Soap-Sender von RTL wäre auch ganz nett…
Wie dem auch sei: Die aktuelle Situation in Deutschland ist untragbar und wird es auch bleiben, solange Politiker ihre Wahlkampfspielchen damit veranstalten und die Verantwortung auf die Industrie abschieben.
basierend auf einem SPIEGEL ONLINE Artikel
